Comic Review – „Exit Wounds“ by Rutu Modan

© Rutu Modan

The year 2021 is slowly coming to a close and with it a time of fascinating comics. Among my favorite (re-)discoveries is without a doubt the work of Israeli cartoonist Rutu Modan. This award-winning artist has been on my radar for a while now, but it took the emphatic recommendation by several friends for me to start reading. I began with Tunnels, Modan’s latest graphic novel which skillfully combines elements of an adventure story à la Tintin with a satire of Israeli settler politics. The colorful cast of characters that revolves around the protagonist and archaeologist Nili is vibrant and the plot is full of surprising twists.

© Rutu Modan

As much as Tunnels appealed to me, I must admit I was more touched by Modan’s English-language debut Exit Wounds which was originally published in 2007. Exit Wounds is perhaps a bit ‘quieter’ than Tunnels – but no less moving. The plot centers on Kobi Franko, a taxi driver in Tel-Aviv who one day is contacted by a young Israeli soldier who is convinced that Kobi’s father died during a recent suicide bombing at a suburban bus terminal. Indeed, Kobi has not heard from his father in a while – the two have lost contact after an intense argument. But how probable is it that the yet unidentified body from the site of the bombing is that of his father? And what was his relation to the young female soldier? Rutu Modan uses these questions as starting points for a moving family drama which brushes different social strata of country in which violence and terror form the background noise of daily life.

© Rutu Modan

Like in Tunnels, Rutu Modan showcases her skills as a prolific cartoonist with a firm grasp for tempo and dynamic of the narrative. The drawings, which are reduced in a way that is reminiscent of the ligne claire style of famous Belgian artist Hergé, convey gestures and facial expressions in a way that give them a high degree of personality. Additionally, the comic makes an atmospheric use of colors and a multiplicity of subtly poetic image compositions. Exit Wounds is a moving tragicomedy about the loss of loved ones, about coping with physical and emotional wounds. All readers who wonder whether the book will offer a sliver of hope that the wounded can be healed will be left breathless until the very end – but not without some glimmers of light.

Exit Wounds
Rutu Modan (IL)
2007
Drawn & Quarterly

Comic-Kritik: „Blutspuren“ von Rutu Modan

© Rutu Modan

Das Jahr 2021 neigt sich langsam dem Ende entgegen und damit auch eine Zeit voller spannender Comics. Zu meinen Highlights unter den vielen anregenden Neuentdeckungen zählen ohne Zweifel die Bücher der israelischen Comiczeichnerin Rutu Modan. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin war schon länger auf meinem Radar, doch brauchte es die nachdrückliche Empfehlung mehrerer Bekannter, bis ich mich ans Lesen machte. Los ging es ihrem neusten Werk Tunnel, einer Graphic Novel, die gekonnt Elemente einer Abenteuergeschichte im Stil von Tintin mit humorvollen Seitenhieben auf das politische Zeitgeschehen Israels verbindet. Das Figurenensemble rund um die Hauptfigur und Archäologin Nili ist ungemein lebhaft und die Handlung voller überraschender Wendungen.

© Rutu Modan

So sehr mir Tunnel auch zugesagt hat, noch mehr berührt hat mich das Vorgängerwerk von Modan namens Blutspuren, das kürzlich auf Deutsch als Softcover erschienen ist. Blutspuren kommt etwas ‚leiser‘ daher als Tunnel, doch ist es nicht minder bewegend. Im Zentrum des Comics steht Kobi Franko, ein Taxifahrer in Tel-Aviv, der eines Tages von einer jungen Soldatin kontaktiert wird. Diese ist überzeugt, sein Vater sei bei dem kürzlichen Bombenanschlag auf den Busbahnhof einer israelischen Kleinstadt ums Leben gekommen. In der Tat hat Kobi schon länger nichts mehr von seinem Vater gehört – die beiden hatten nach einem Streit den Kontakt zueinander verloren. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass es sich bei der noch unidentifizierten Leiche vom Ort des Anschlags um die seines Vaters handelt? Und in welcher Beziehung steht die junge Frau zu ihm? Rutu Modan entspinnt auf Grundlage dieser Fragen ein feinfühliges Beziehungs- und Familiendrama, das wie nebenbei verschiedene soziale Schichten eines Landes streift, in denen Gewalt durch Krieg und Terror wie konstante Hintergrundgeräusche zu vernehmen sind.

© Rutu Modan

Wie in Tunnel, so erweist sich Rutu Modan auch in Blutspuren als meisterhafte Cartoonistin mit feinem Gespür für Tempo und Dynamik der Handlung. Die im schönsten Sinne reduzierten Zeichnungen, die an den Ligne Claire Stil des berühmten belgischen Zeichners Hergé erinnern, transportieren auf eindrucksvolle Weise Gestik und Mimik der Figuren, was ihnen ein hohes Maß an Persönlichkeit verleiht. Hinzu kommt der atmosphärische Einsatz von Farben sowie einer Vielzahl subtil-poetischer Bildkompositionen. Blutspuren ist eine bewegende Tragikomödie über den Verlust geliebter Menschen, über den Umgang mit inneren und äußeren Verletzungen – eine Vieldeutigkeit, der der englische Titel Exit Wounds vielleicht mehr Raum gibt als der deutsche. Wer wissen will, wie es für Verwundete aller Art um die Möglichkeit der Heilung steht, wird von Blutspuren bis zuletzt in Atem gehalten – aber nicht ohne Hoffnungsschimmer.

Blutspuren
Rutu Modan (IL)
2021

Carlsen


Comic-Kritik: „Die Farbe der Dinge“ von Martin Panchaud

© Martin Panchaud

Familienthriller aus der Vogelperspektive

Es gibt Bücher, die einen vor den Kopf stoßen, die einen dazu herausfordern, die Welt auf eine neue und ungewohnte Weise zu sehen. Die Farbe der Dinge zählt eindeutig zu dieser Kategorie. Getreu dem berühmten Satz „The medium is the message“ lenkt der Schweizer Comiczeichner Martin Panchaud unsere Blicke in ungewohnte Bahnen und spielt mit unserer Wahrnehmung. Die gesamte Handlung seines preisgekrönten Comics Die Farbe der Dinge ist aus der Vogelperspektive erzählt, die Figuren wie Icons in Google Maps zu symbolischen Kreisen in einer schematischen Umwelt reduziert.

© Martin Panchaud

Was zunächst wie eine künstlerische Spielerei wirken mag, entpuppt sich im Laufe des mehr als 200-Seiten langen Buches als Vehikel einer packenden und emotional mitreißenden Handlung. Simon, Teenager und Sohn zweier unglücklicher Eltern in einem Haus am Londoner Stadtrand bekommt in einer schicksalshaften Begegnung von einer örtlichen Wahrsagerin den Ausgang des nächsten Pferderennens verraten. In der Hoffnung, seiner Einsamkeit und seinen Mitschülern zu entkommen, die ihn aufgrund seines Übergewichts hänseln, stiehlt Simon die Geldkassette seines Vaters und setzt einen millionenschweren Einsatz. Was folgt, ist ein packendes Familiendrama und ein Roadmovie mit vielen dramatischen Wendungen.

© Martin Panchaud

Ähnlich einer Drohne oder eines staatlichen Überwachungsapparats verfolgen wir als Leser die Handlung aus der Vogelperspektive. Fast klinisch legt Die Farbe der Dinge damit die Kausalitäten frei, in die Simon und seine Mitmenschen verstrickt sind. Die emotionale Kühle, die damit einhergeht, dass alle Charaktere zu farbigen Kreisen reduziert sind, ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Sie passt jedoch zum Tempo und Ton der Handlung und ihrer voneinander entfremdeter Figuren. Panchaud fördert mit dem Schicksal seines Protagonisten gekonnt die ökonomischen Gräben der Britischen Gesellschaft zu Tage und schafft es damit, glaubhaft soziale Kritik in das Familiendrama einzuweben. Die Farbe der Dinge spielt auf ausgeklügelte Weise mit den Möglichkeiten des Comic und ist Leser:innen mit starken Nerven wärmstens empfohlen.

Die Farbe der Dinge
Martin Panchaud
2020
Edition Moderne (CHE)

Comic-Kritik: „In Waves“ von AJ Dungo

© AJ Dungo

Ein Ort für gebrochene Herzen

Vorneweg eine Entwarnung: man muss nichts vom Surfen verstehen, um von der Graphic Novel In Waves mitgerissen zu werden. Das Buchdebüt des kalifornischen Zeichners AJ Dungo vermittelt auch so mit fließenden Linien ein Gefühl für das Meer, für seine Wellen und Unwägbarkeiten. In Waves handelt von der Beziehung des Zeichners mit seiner an Krebs verstorbenen Jugendliebe Kristen, einer Liebe, die eng mit der Leidenschaft für das Wellenreiten verbunden war. In berührenden Rückblenden erzählt die Graphic Novel von der gemeinsamen Zeit, von Kristens Krankheit aber auch von ihrem unbändigen Lebenshunger.

© AJ Dungo

Dungo montiert in seinem Buch zwei parallele Handlungsstränge: der in melancholischen Blautönen erzählten Liebesgeschichte stellt er eine in Sepiatönen gehaltene kurze Chronik des Surfens gegenüber und umreißt die Geschichte zweier Pioniere des Sports. Diese zweiteilige Struktur bremst leider bisweilen den Lesefluss und nicht immer sind die Verbindungen zwischen den verschiedenen Kapiteln ersichtlich.

© AJ Dungo

Am meisten überzeugt In Waves mit seinen Darstellungen des Surfens selbst. Der Illustrator Dungo findet eine eindrucksvolle Bildsprache für diese Szenen, einen eleganten Minimalismus, der an die graphische Reduktion der Comics von Adrian Tomine und die präzisen Linien des Zeichners Charles Burns erinnert. In Waves spielt dabei mit den Möglichkeiten des Comics, ohne die Bilder mit überflüssigen Wörtern zu überfrachten. Das Meer, diese sich stets verändernde Landschaft, die für Surfer zugleich Verheißung und Bedrohung verkörpert, wird so zu einem Spiegel der Emotionen der Figuren. Und zu einem Ort für gebrochene Herzen.

In Waves
AJ Dungo
2019
Nobrow (UK/US)

Comic-Kritik – „Unfollow“ von Lukas Jüliger

© Reprodukt

Bei manchen Comics fällt es mir schwer eine Rezension zu schreiben, ohne dass sich bestimmte Erinnerungen in meinem Kopf zu Wort melden. So auch im Fall von Unfollow, der neuen Graphic Novel des deutschen Comiczeichners Lukas Jüliger. Der Sommer 2019, der sich eigentlich schon unendlich weit weg anfühlte, war beim Lesen auf einmal wieder ganz nah. Damals ging die Nachricht von riesigen Waldbränden im Amazonas um die Welt und löste eine globale Protestwelle aus. Ich erinnere mich noch an das Gefühl, in meiner Heimatstadt in der demonstrierenden Menschenmenge zu stehen. Einerseits war ich wütend auf die Ereignisse auf der anderen Seite des Ozeans, andererseits beeindruckt davon, welche Macht Bilder und Nachrichten haben, um in relativ kurzer Zeit einen solchen Protest zu mobilisieren.

Um Ökologie und Medien, darum geht es, grob gesagt, auch in der Graphic Novel Unfollow. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist ein mysteriöser Junge namens Earthboi, der eines Tages wie auf dem Nichts auftaucht und über Nacht zum Internet-Star wird. Aus seinem Versteck in einem Nationalpark postet er täglich Content über das Überleben in der Natur, den Anbau von essbaren Pflanzen, Survivaltipps und Ökologie. Nach und nach wird Earthboi zu dem Symbol des Protests gegen die Umweltzerstörung durch den Menschen, gegen die globale Erderwärmung und das Artensterben. Darin ähnelt er der realen Person Greta Thunberg, deren Proteste 2018 die Fridays For Future Bewegung ins Rollen brachte. Doch während die reale Greta als Kind aufgrund ihrer Wahrnehmung der Welt unter schweren Depressionen litt, erscheint Earthboi nahezu makellos und übermenschlich. Der Junge weiß alles über die Geschichte des Planeten Erde, züchtet im Handumdrehen hitzeresistente Korallenriffe und hat bei alldem auch noch ein feines Gespür für sein Publikum und das Potenzial sozialer Medien. Kurzum: Earthboi erscheint wie eine prophetische Gestalt, eine menschengewordene oder (je nach religiöser Anschauung) wiedergeborene Verkörperung der Harmonie von Mensch und Natur.

© Reprodukt

Spätestens hier kommen beim Lesen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Erzähler auf. Richtig, Unfollow wird nicht aus der Perspektive von Eathboi erzählt, sondern seinen Aposteln, ich meine, seinen ersten Followern. Lukas Jüliger entwickelt in dem mehr als 150 seitigem Comic eine Geschichte mit einem düsteren Unterton, deren Ende zwar etwas abrupt kommt, aber dennoch zum Nachdenken anregt. Dies ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Unfollow keine Dialoge hat, sondern nur von den ‚stummen‘ Bildern und der Erzählung getragen wird.

© Reprodukt

Die Graphic Novel verbindet auf interessante Weise zwei hochaktuelle Themen, zum einen den wachsenden Widerstand gegen die sich abzeichnende ökologische und klimatische Krise, zum anderen die Eigendynamik der Kommunikation im digitalen Zeitalter und die Wirkmacht von Influencern. Was Unfollow endgültig lesenswert macht, sind die Bilder, die in weichen, aber zielsicheren Bleistiftlinien und atmosphärischen Pastelltönen der Geschichte die Bühne bereiten.  Insgesamt eine lesenswerte Graphic Novel in Zeiten von Extinction Rebellion und Fridays for Future.

Unfollow
Lukas Jüliger
Reprodukt
2020

Going North with Joe Sacco – a Research Log (Part 1)

A lot of things have happened since my last blog post. Back in March, I was still optimistic about my plans to go to Berlin for an internship at a German comics publisher. Little did I know how quickly the spread of the coronavirus would lead to a total lockdown in Europe. (The best image I can come up with is that of someone flicking off the switches of a fuse box, one by one, until there is complete darkness). It is difficult for me to put into words the emotional roller-coaster of the last weeks. All I will say is that I am doing okay considering the circumstances and I am back in my hometown of Bonn, proceeding with my studies.

One of the projects I am working on to keep myself sane during this time is my MA thesis. Maybe it is the experience of being involved in a global catastrophe, but something is pulling me back the work of Joe Sacco, the famous US-Maltese cartoonist and journalist. Sacco is widely considered a pioneer of comics journalism and has reported on multiple armed conflicts including the Israeli–Palestinian conflict (Palestine,1993-1995) and the Bosnian War (Safe Area Goražde, 2001).

© Joe Sacco

This year, Sacco is releasing a new comic titled Paying the Land. Instead of travelling to a war zone, the book is about the Dene, an indigenous people in northern Canada who are impacted by the oil industry and the colonialist politics of the Canadian state. Paying the Land will be released in the US in July this year but the publisher, Metropolitan Books, has kindly supplied me with a review copy that I am reading parallel to the already published French edition.

Paying the Land is a massive book, featuring roughly 260 pages of intricate, cross-hatched drawings and a narrative that weaves together complex issues of climate change, environmentalism and colonialism. It is clearly the work of a master cartoonist in his prime. The comic offers a lot of interesting material for an in-depth analysis, yet the question where to begin is daunting. Anyone who has written papers in the social sciences will know how important it is to formulate a precise research question. It is like setting the foundation of a tall building: if the research question is not precise enough, the entire structure will wobble.

© Joe Sacco

A book that has given me a good clue about which questions to ask is Hillary Chute’s Why Comics? Her thoughts on comics, trauma and catastrophe are a good starting point for an inquiry into Sacco’s oeuvre. Among the traumatic issues addressed in Paying the Land is Canada’s residential school system which forced indigenous children out of their homes and formed an attempt to disrupt and destroy indigenous cultures. To investigate how this complex issue is portrayed in Sacco’s new book seems like a promising starting point for my thesis.

Writing an academic paper of this scope can be a pretty solitary activity. So, I am sharing some of my experiences and thoughts on this blog. If you have anything to add or just want to comment, feel free to contact me. Stay safe and sane!

Comic-Kritik: „War and Peas“ von Jonathan Kunz und Elizabeth Pich

Zugegeben, allzu viele Gründe zum Lachen gab es nicht in den letzten Wochen. Für alle, die frisch aus der Mondkapsel oder Zeitmaschine gestiegen sind: die per Virus übertragbare Lungenkrankheit Covid-19 hat sich zur Pandemie ausgeweitet, tausende Menschenleben gefordert und in Europa und anderswo das öffentliche Leben weitgehend stillgelegt. Solltet ihr euch derzeit im Lockdown befinden und euch nach etwas Abwechslung vom Nachrichten-Karussell sehnen, dann habe ich hier einen Buchtipp: War and Peas von Jonathan Kunz und Elizabeth Pich.

War and Peas, das ist eigentlich ein englischsprachiges Webcomic, das seit 2011 wöchentlich im Netz und auf Instagram erscheint. Hinter dem äußerst erfolgreichen Humor-Strip, der über die Jahre zehntausende LeserInnen für sich gewinnen konnte, steckt ein Deutsches Autorenduo und jede Menge schwarzer Humor. Die kurzen Gag-comics umfassen meist nicht mehr als vier Panels und steuern zielsicher auf die nächste Pointe zu. Der Humor bewegt sich dabei zwischen absurd und morbide, ganz im Sinne des Titels, eine Parodie von Krieg und Frieden, dem Romanklassiker von Tolstoi. In War and Peas sinnieren Büroangestellte über den Selbstmord, werden im letzten Moment doch durch das Versprechen einer Pizza von ihrem Vorhaben abgebracht. Zugleicht lässt die umtriebige „Slutty Witch“ einen Liebhaber zugunsten ihres vibrierenden Besens sitzen. Visuell ist der Comic minimalistisch gehalten, verzichtet zum Beispiel ganz auf die Mimik der Figuren, was den kurzen dialogfokussierten Strips aber keinesfalls schadet.

© Kunz und Pich

War and Peas erinnert auf den ersten Blick stark an den deutschen Comic Nichtlustig von Joscha Sauer, hebt sich jedoch mit ganz eigenem Biss und einer Prise Zeitgeist von diesem ab. Erfrischend ist hierbei besonders das humorvolle Verarbeiten gesellschaftlicher Themen wie Feminismus und Queerness. Das Buch, das im April dieses Jahres beim amerikanischen Verlag Andrews McMeel erscheint, eignet sich als Einstieg in das Webcomic. Es versammelt auf 150 Seiten verschiedenste Strips, die sowohl einzeln als auch in chronologischer Reihenfolge lesen lassen und so eine fortlaufende Geschichte ergeben. Alles in allem vorzüglich kurzweilige Unterhaltung, die mit ihrem morbiden Charme eine willkommene Ablenkung vom Tagesgeschehen darstellt.

War and Peas: Funny Comics for Dirty Lovers
Jonathan Kunz und Elizabeth Pich
2020
Andrews McMeel

Comic Review – „War and Peas“ by Jonathan Kunz and Elizabeth Pich

I will admit, there have not been all that many reasons for laughter in the past couple weeks. Unless you have been on the moon or in some parallel dimension, you will have been affected by the Corona-pandemic which has killed thousands and put public life on standby in Europe and beyond. If you need a break from the news-cycle and are looking for a book to take your mind off things, I have a recommendation: War and Peas by Jonathan Kunz and Elizabeth Pich.

War and Peas is originally an English-language webcomic that was launched in 2011 and is being published in weekly episodes on the net and Instagram. The minds behind the strip, which has accumulated thousands of fans, are the German artists Jonathan Kunz and Elizabeth Pich. The short gag strips of the duo are seldom longer than four panels and always confidently steer towards the next punchline. The humor can best be described as a fusion of the absurd and morbid, mocking everything as implied by the title, a parody of the Tolstoy’s classic novel War and Peace. In War and Peas, office workers contemplate suicide but are saved in the last moment by the promise of pizza. At the same time, the mischievous “Slutty Witch“ abandons her date in favor of her vibrating magic broom. Visually, the comic is quite minimalist, reminiscent of the art of Tom Gauld in its lack of facial expressions. But this style clearly suits the sharp, dialogue driven humor.

© Kunz und Pich

At first sight, War and Peas reminded me strongly of the German Comic Nichtlustig (English version here) by Joscha Sauer. But it sets itself apart with its own humoristic edge and a sprinkle of millennial zeitgeist. Particularly refreshing is how the comic comically handles issues of feminism and queerness. The book to which this review refers was published in March by the US publisher Andrews McMeel and is a great introduction to the webcomic. It a selection of strips on 150 pages which can be read individually but also chronologically and form a neatly ongoing narrative. All things considered, this is a charming humor strip and I recommend it to anyone seeking a diversion from current events.

War and Peas: Funny Comics for Dirty Lovers
Jonathan Kunz and Elizabeth Pich
2020
Andrews McMeel

Auf dem Sprung / In Flight

© Viola Bender

Hello and welcome to my first blog post. I’ve been thinking about recording my personal experiences for a while now, but something always made me shy away from the idea. Perhaps it’s the obvious fact that the act of writing often seems to take oneself away from the lived experience. Or that it superimposes a layer of language onto something that is most often beyond words. Then again, the world is so full of things worth talking about, resonating with stories that hover under its surface. Also, I have a pretty bad memory and tend to forget the cool things I’ve done. This is partly an attempt to remember those things, partly an offer to share some of my experiences to anyone who cares to stop by. Welcome, whoever you are.

In May 2019, I travelled to Berlin to work for the wonderful German publisher Rotopol at the annual Comicinvasion festival. I had worked at some festivals before, but this was only the second one where I was responsible for the publisher table on my own. And so, on a clear Berlin morning, I found myself setting up a table at the fancy Museum für Kommunikation, arranging comics between imperial marbled columns underneath a bright dome.

After the first wave of visitors had passed, a tall young guy with a beard showed up, introduced himself as a fellow exhibitor at the festival and handed me the zine he was selling. It was a colorful comic, professionally printed with a distorted alien on the cover. We were talking for a bit when we noticed that we both lived in Bonn, a relatively small city in western Germany. It was a fun coincidence that repeated itself when we spotted each other on the bus on our way back home two days later. This guy with whom I would later become friends is Vasilis Dimopoulos, an amazing Greek cartoonist who has been diligently working on a Sci-Fi/Horror comic series called Barghal ever since I’ve met him.

© Vasilis Dimopoulos

Comics create connections. They brought me to the small town of Ludwigsburg where I had my first internship, all the way to Luzern, Switzerland where I sold books for Rotopol at the Fumetto Festival. I have spent considerable portions of my afternoon hauling boxes of signed books through central Hamburg and spent two night in a converted bunker in Switzerland, offered to exhibitors of a festival as a free sleeping place. From what I can tell, working as a publisher can be stressful at times, and I doubt I’ll ever have a lot of money. But also, I don’t want these experiences to stop.

If the Corona pandemic doesn’t cause a total lockdown in Europe, I will be heading to Berlin for another internship in a couple of weeks. With a semester in Paris on the horizon, 2020 is promising to become an exciting year and I hope to share some of my impressions (and book discoveries) here on this blog. Until then: happy reading and stay healthy.

Comic Review – „Blankets“ by Craig Thompson

© Top Shelf

Reading a Classic

Do you know that feeling when a book or another piece of art is valued so highly by a certain group of people that one is almost hesitant to pick it up? It’s as if all the expectations or assumptions create a barrier to the work itself, at least that’s how it feels to me sometimes. This winter, I tried to leap over some of those gaps, first by reading the Sandman series by Neil Gaiman and, more recently, Blankets by Craig Thompson.

Blankets, which was originally published in 2003 by Top Shelf Productions to much critical acclaim is an autographic (an autobiographical graphic novel) about the artist’s childhood and adolescence in rural Wisconsin. The plot begins with the early years of Thompson and his younger brother Phil in the Christian community of their hometown, then gradually transforms into a romantic account of Thompson’s relationship with Raina, a girl he meets as a teenager at a ski camp. This relationship takes up most of the space of book and casts a warm light on the otherwise grim portrayal of the artist’s childhood, which is filled with bullying, depravity and religious doubt. In many ways, Blankets is a comic-turned-love-letter as it relates the meeting of the two misfits, Thompson and Raina, at a pivotal time in their lives, and how their relationship shifted their perspectives.

What struck me the most about Blankets is how it captures the intensity of falling in love for the first time. Romantic love as the subject of fiction is a tricky affair because it threatens to dissolve into cliché, into an emotional language that everyone knows, and no one really believes in. And while Blankets can get quite sentimental at times (perhaps even kitschy), it mostly feels like a highly personal story and reminded me of similar experiences I made as a teenager. The book somehow captures the force of those feelings, the proximity and long conversations that feel special precisely because they are experienced for the first time. It’s like stumbling upon a secret too big for words, like a written note from a crush that you kept tight in your sweaty palm when you were a kid.

As an autographic, Blankets lacks the complex meta-narrative of, say, the work of Alison Bechdel or Art Spiegelman. But that’s okay because the book brings the reader closer to the memories themselves instead of weaving them into a broader life story. Blankets zooms in on momentary feelings that constitute Thompson’s memories, from the way a kiss or a piece of fabric felt, to the view of a snowy sky from below.

© Top Shelf

Of course, the book mostly radiates these feelings because of its drawings: Thompson’s lines fly boldly across the page, rending characters and their faces in a highly expressive way. Bodies and objects seem to stretch or shrink with emotions of the characters, and ornamental imaginings of heaven and hell accompany renderings of childhood fantasy worlds.

The dynamic nature of Thompson’s art also applies to the composition of panels on the page. In an interview, cartoonist and theorist Scott McCloud elaborated on how Blankets was quite innovative for its time, and I can sense why. As with the drawings, the panels underline the characters’ emotions. Sometimes things seem to jump out of the images, sometimes they blend into each other as lovers embrace. Finally, the book is littered with skillfully placed blank spaces that act as pauses in the comic’s rhythm and say more than any image could. Thompson’s playful compositions still feel fresh 17 years later and it is not hard to see their influence on the work of other cartoonists. All in all, Blankets comic worthy of its renown and I will continue to recommend it to anyone who needs a story to get through the cold winter days.

Blankets
Craig Thompson
2003
Top Shelf